Wir wissen die Antwort

Was spricht eigentlich gegen ein Erdgasauto? Gar nichts!

Nur, dass kaum jemand die Vorteile von erdgasangetriebenen Fahrzeugen kennt. Aus diesem Grund haben wir für Sie die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Erdgasfahrzeug aufgeführt.

Warum soll ich ein Erdgasfahrzeug fahren?

Erdgasfahrzeuge haben wesentlich geringere Schadstoffemissionen als die mit Benzin oder Diesel betriebenen Fahrzeuge. Erdgasfahrzeuge sind sparsam. Erdgasfahrzeuge sind seit Jahren erprobt. Fast 2 Mio. Erdgasautos fahren weltweit. Mittlerweile bieten alle führenden Fahrzeughersteller Erdgasfahrzeuge an.

Ist Erdgasantrieb wirklich umweltschonend?

Erdgasmotoren haben derzeit die niedrigsten Abgasemissionen unter allen Verbrennungsmotoren. Sie können bereits heute die weltweit schärfsten Abgasstandards (ULEV, SULEV) von Kalifornien erheblich unterschreiten. Im Vergleich zum Benzin- und Dieselbetrieb entstehen beim Erdgasantrieb um bis zu 25 % weniger Kohlendioxid (CO2). Beim Erdgasbetrieb entstehen auch deutlich geringere Mengen (bis zu minus 50 %) Kohlenmonoxid (CO) als bei herkömmlichen Motoren. Die Sommersmog verursachenden Kohlenwasserstoff- (HC) und Stickoxidemissionen (NOx) liegen um bis zu 80 % unter denen des Dieselfahrzeugs. Im Unterschied zum Dieselmotor emittiert ein Erdgasmotor praktisch keine messbaren Rußpartikel. Insbesondere gegenüber den Dieselfahrzeugen sind die Erdgasfahrzeuge deutlich leiser.

Ist ein Erdgasfahrzeug wirtschaftlich?

In der Vergangenheit verursachten Erdgasfahrzeuge in der Anschaffung deutliche Mehrkosten gegenüber Benzin- und Dieselfahrzeugen. Von verschiedenen Herstellern werden aber inzwischen Erdgasfahrzeuge zu vergleichbaren Preisen wie Dieselmodelle angeboten. Der wichtigste wirtschaftliche Vorteil eines Erdgasfahrzeugs sind die geringeren Kraftstoffkosten.

 

1 kg Erdgas kostet als Kraftstoff im Durchschnitt derzeit ca. 71,7 ct. Dies entspricht einer Kraftstoffkosteneinsparung gegenüber Super-Benzin von rund 50 %, gegenüber Diesel von rund 30 %. Dazu kommen noch KFZ-Steuer-Vorteile Erdgas ggü. Diesel sowie auch günstigere Einstufungen von der KFZ-Versicherung.

 

Mineralölsteuer: Durch die Ökosteuer wurde bis zum Ende des Jahres 2020 die Mineralölsteuer (heißt auch beim Erdgas so) für den Treibstoff Erdgas auf ein Minimum reduziert. Das bedeutet, Erdgas wird an der Tankstelle einen deutlichen Preisvorteil gegenüber Diesel und Benzin haben und behalten können, egal welchen Preis diese gerade haben!

 

Kfz-Steuer: Monovalente Erdgasfahrzeuge ermöglichen durch die geringeren Schadstoffe technisch eine günstigere Einstufung in der Kfz-Besteuerung. Entscheidend ist aber, dass der Hersteller eine entsprechende steuerliche Einstufung bei den zuständigen Behörden beantragt hat. Über die steuerliche Einstufung gibt der Fahrzeughändler Auskunft. Bei bivalenten Fahrzeugen richtet sich die Kfz-Steuer nach dem umweltseitig ungünstigsten Betrieb. Dies ist in aller Regel der Benzinbetrieb. Im Vergleich dazu ist die Steuer für Dieselfahrzeuge deutlich höher.

 

Mit einem Kraftstoffrechner können Sie die Wirtschaftlichkeit und Amortisation der Mehrkosten bei Anschaffung eines Erdgasfahrzeuges schnell und einfach errechnen.

Wie sicher sind Erdgasfahrzeuge?

Erdgas ist ungiftig! Erdgas ist riechbar, lange bevor ein zündfähiges Gemisch entsteht. Dem von Natur aus geruchsarmen Gas wird beim Energieversorger ein ganz markanter Geruchsstoff beigemischt. Erdgas ist im Gegensatz zu LPG leichter als Luft. Bei eventuellen Leckagen steigt es immer nach oben und verdünnt sich mit der Umgebungsluft. Bei eventuellen Leitungsabrissen verhindert ein automatisches Sicherheitsventil den Gasaustritt.

 

Umfangreiche Crash-Tests seitens der Hersteller und gesetzliche Sicherheitsvorgaben gewährleisten einen risikolosen Einsatz der Erdgastanks. Der Betriebsdruck eines Tanks entspricht 200 bar, der Berstdruck liegt bei 500 bis 600 bar. Mit dieser fast 3-fachen Sicherheit ist der Gastank die stabilste Komponente des Fahrzeugs. LPG-Tanks sind dagegen auf unter 50 bar ausgelegt. Normale Diesel- und Benzintanks unterliegen nicht den enormen Sicherheitsvorschriften für Ergasfahrzeuge. Die sichere Verankerung der Druckgasbehälter ist in strengen Richtlinien geregelt. Weitere Sicherheitssysteme schaffen Sicherheit bei Unfall und Brand. Die Erdgastanks unterliegen der Druckbehälterverordnung und werden vom TÜV überwacht. Erdgasfahrzeuge haben durch strenge Vorschriften Sicherheitsvorteile gegenüber konventionellen Fahrzeugen.

Wo liegt der Unterschied zwischen Erdgas und Flüssiggas als Kraftstoff?

Mit Erdgas wird auch Ihre Heizung betrieben. Flüssiggas, auch Autogas genannt, ist meist ein Propan/Butan-Gemisch (z.B. Camping-Gas). Erdgas im KFZ wird CNG (Compressed Natural Gas, zu Deutsch "komprimiertes Natur-Gas") genannt. Flüssiggas wird aus Erdöl gewonnen und heißt dementsprechend LPG (Liquified Petrol Gas, zu Deutsch "verflüssigtes Benzin/Kraftstoff-Gas").

Wie sieht die Versorgung im europäischen Ausland aus?

Italien und die Schweiz sind wahre Erdgasländer. Die Niederlande sind eher ein Flüssiggasland. In der EU ist aber beschlossen worden, Erdgasfahrzeuge besser zu fördern.

Sind die Tanksysteme gleich?

Deutschlandweit ja; im benachbarten Ausland stehen an den Hauptreisestrecken passende Adapter zur Verfügung.

Können Erdgasfahrzeuge das niederländische Autogas tanken?

Nein, ein Erdgasbetrieb ist mit Autogas nicht kompatibel.

Kann man alternativ andere Kraftstoffe tanken,
falls keine Erdgas-Tankestelle zu finden ist?

Es gibt Fahrzeuge, die sowohl mit Erdgas als auch mit Benzin betrieben werden können (bivalent oder bifuel). Monovalente Fahrzeuge werden hingegen nur mit Erdgas angetrieben. Derzeit fahren die meisten Fahrzeuge bivalent mit Erdgas und Benzin.

Was kostet Erdgas für den Autobetrieb?

Durchschnittlich 71,7 ct/kg. 1 kg Erdgas entspricht ca. 1,5 l Benzin. Erdgas als Treibstoff kostet also nur etwa die Hälfte des durchschnittlichen Benzinpreises oder etwa 70 % des Dieselpreises.

Wo kann man tanken?

Gegenwärtig stehen nahezu 800 Erdgastankstellen zur Verfügung - 85 % davon sind bereits als öffentliche Marken-Tankstellen. Die Zahl soll bald auf 1000 steigen. Sie können mit dem Tankstellenfinder die Erdgastankstellen in Ihrer Umgebung suchen.

Ist das Tanken problemlos?

Abgesehen von Langsambetankungsanlagen, die am Haus oder auf einem Betriebshof ein oder mehrere Fahrzeuge "über Nacht" betanken können, bedient man sich an allen öffentlichen Tankstellen mit der "Schnellbetankung". Die "Zapfpistole" wird auf den Einfüllstutzen am Fahrzeug gesteckt und rastet deutlich ein (sonst strömt aus Sicherheitsgründen kein Gas) und in zwei bis vier Minuten ist ein PKW betankt. Es gibt noch eine andere Zapfpistolenform, bei der zusätzlich ein Hebel umgelegt werden muss.

Welche Reichweiten lassen sich im Erdgasbetrieb erzielen?

Ein monovalentes Fahrzeug ist mit einem größeren Erdgastankvolumen ausgestattet, um entsprechende große Erdgas-Reichweiten zu erzielen. Ein bivalentes Fahrzeug hat eine größere Gesamtreichweite, da es mit zwei Tanks ausgerüstet ist und mit Benzin und mit Erdgas betrieben werden kann. Beide Reichweiten addieren sich.

 

Die Reichweite ist von Fahrzeugtyp zu Fahrzeugtyp unterschiedlich, weil die Anzahl der Tanks und deren Größen verschieden sind. Das Volumen üblicher 80 l-Gastanks fasst etwa die Energiemenge von 20 l Benzin - damit kommt man rund 200 - 300 km weit. Allerdings sind derzeit bereits Fahrzeuge auf dem Markt, wie z.B. der bivalente "Fiat Multipla Bipower", der durch die Unterfluranordnung der Tanks ein großes Tankvolumen ermöglicht und bereits ca. 450 km Reichweite besitzt.

 

Der Trend zu reinen monovalenten Erdgasautos (bei denen die Tanks aus Gewichtsgründen größer sein können, weil ja der Benzintank entfällt) wird die Reichweite von Erdgasautos weiter in die Nähe konventioneller Benzinautos rücken. So liegt z. B. beim monovalenten "Fiat Multipla Blupower" die Reichweite bei ca. 620 km.

 

Die Reichweite ist natürlich auch wesentlich vom persönlichen Fahrstil, von der Beladung, den Witterungsverhältnissen u.s.w. abhängig.

Sind Pflege und Wartung eines Erdgasfahrzeugs aufwendig?

Die Motorpflege eines Erdgasfahrzeugs unterscheidet sich nicht von der des benzinbetriebenen Fahrzeugs. Dies gilt auch für die Ölwechsel und lnspektionsintervalle.

 

Schon aus Gewährleistungsgründen sollte für Reparaturen eine Vertragswerkstatt des jeweiligen Herstellers in Anspruch genommen werden. Bei Arbeiten an der Gasanlage ist dies (da die Werkstatt entsprechend zertifiziert sein muss) zwingend! Manipulationen sind verboten und gefährlich! Bisher mußten die Stahltanks alle 5 Jahre vom TÜV geprüft werden. Dieser Zeitraum wird nun für Stahltanks, die korrosionsgeschützt im Fahrzeug untergebracht sind, auf 10 Jahre verlängert. Composittanks (aus Verbundwerkstoffen, z.B. mit Kohlefasern verstärkte Aluminiumtanks) mussten bisher alle 3 Jahre geprüft werden. Dies soll demnächst auf 5 Jahre bzw. auf 10 Jahre verlängert werden. Die durchschnittlichen Kosten dieser Untersuchung betragen ca. 400,- Euro.

Dürfen Erdgasfahrzeuge in Tiefgaragen / Parkhäuser?

Sie dürfen!
Weil Erdgas im Gegensatz zu LPG leichter ist als Luft, zieht es nach oben ab und bildet kein explosives Gas-Luft-Gemisch. Deshalb haben alle Bundesländer ihre Garagenverordnungen (GaVO) dahingehend angepasst, dass man mit Erdgasfahrzeugen in alle Tiefgaragen/Parkhäuser einfahren darf. Aus behördlicher Sicht und Sicherheitsgründen sind Verbotsschilder wie "Einfahrt für Druckgasfahrzeuge verboten" nicht notwendig.

 

 

Haben Sie noch Fragen?

Bitte wenden Sie sich an:
Gemeindewerke Steinhagen GmbH • Westernkamp • 1233803 Steinhagen
Herrn Lütgemeier Tel.: (05204) 997 - 414